GRAVEN
Als gläubiger Priester des orthogonalen Ordens, der wegen eines Verbrechens, um jemand anderes zu helfen, zum Tode verurteilt wurde, findest du dich in einem kleinen Boot treibend in einem Sumpf wieder. Ein Fremder bringt dich an Land und gibt dir vage Anweisungen, einen geheimnisvollen Stab und ein Buch. Gehe hinaus, frommer Priester, lindere das Leid der Menschen, decke Täuschungen auf und zerschlage die schauerlichen Perversionen, die in die Wirklichkeit selbst eindringen.
Vielleicht verdienst du dir sogar deinen Frieden.
Die Kombination aus modernen Entwicklungsinstrumenten und –techniken und einer schlichten Ästhetik der späten 90er-Jahre erweckt das actionreiche First-Person-Rätselspiel GRAVEN zum Leben. Dazu kommen Charakter-Designs von Chuck Jones (Duke Nukem 3d, Half-Life) und die Stimme von Stephan Weyte (Blood, Fire Emblem, Dusk) in einer düsteren, aber dennoch eindeutig mittelalterlichen Fantasy-Erfahrung.
- Löse Rätsel und enthülle die Geschichte, um die Motive der üblen ketzerischen Sekten aufzudecken, die hinter den Seuchen und Jahreszeiten stehen, die das Land heimsuchen.
- Entfache Feuer, lade Maschinen auf, entdecke verborgene Wege und friere Flüsse ein, um sie zu überqueren.
- Verändere deine Umwelt mit allem, was dich umgibt. Wirke Zauber und nutze Kristalle, um sie nach deinen Vorstellungen zu formen.
- Entdecke neue Waffen und werte sie bei Schmieden und Alchemisten auf, um deine Fähigkeiten zu verbessern.
- Erweitere deinen Horizont, indem du an alte Orte mit neuen Fähigkeiten zurückkehrst, um herauszufinden, wie tief die Abgründe hinabreichen und welche Kräfte sie verbergen
- Besiege über 20 verschiedene Gegner und drei Bosse in einer sich immer weiter ausbreitenden Welt mit zahlreichen Biomen.
- Verbünde dich mit bis zu 7 Freunden in einem hektischen, kooperativem Spielmodus
- Wandle auf dem parallelen Pfad, damit du nicht in die Nischen der Welt fällst, wo die Realität nur zu einem bitteren Spiel wird
Steam User 2
Banausen!
Nur 8% aller Spieler haben den ersten Akt von Graven abgeschlossen. Schade wie ich finde - denn hinter der Hexen-Inspirationsquelle steckt ein schöner altmodischer Shooter, bei dem man den richtigen Weg und wohin es als nächstes geht noch selbst rausfinden muss. Zugegeben - ein antiquiertes Gameplay-Modell, aber in Zeiten, wo Soulslike Games den Spielern auf diversen anderen Ebenen fordern und die Story nur marginal und kryptisch daher kommt - und das Genre trotzdem abgefeiert wird, sollte Graven eigentlich NICHT so eine Schelte bekommen wie hier dargestellt.
Denn trotz einiger flippiger Physics (wild hochfliegende Items beim Zerschlagen benachbarten Interieurs) oder kleinerer Fehler fielen mir keine gamebreaking Bugs mehr auf.
Als Priester werden wir aufgrund eines Missverständnisses zum Tode verurteilt und in die Sümpfe zu einer mittelalterlichen verpesteten Stadt geschickt. Hier beginnt das Abenteuer mit einem Magierstab und Feuermagie.
Ein Runthrough ist mit ca. 13h schon sehr üppig und führt euch durch 3 Biome: Sumpfgebiet samt an Pest leidender Stadt, Eisgebiet mit Burgen und Anwesen sowie eine orientalische Wüstenstadt. Optisch fand ich das zweite Gebiet am attraktivsten.
Im Spiel selbst fällt schnell auf, dass die Welt gigantisch ineinander vernetzt ist - wie ein Spider-Web. Man kann zig Wege ausprobieren, Geheimnisse lüften, muss sich Metroidvania-mäßig bestimmte wichtige Stellen merken, die erst später zugänglich sind, kann fast alles zerstören, Kisten hinstellen und höher gelegene Orte erreichen, diverse Waffen benutzen wie einen Kristallstab, Torfwerfer, diverse Armbrüste oder einfach nur einen klassischen Morgenstern. Die Feinde sind zwar immer mehr oder minder dieselben, aber bis auf ein paar Spezialgegner gut zu handlen. Manche respawnen, aber im Prinzip merkt sich jede Welt ihren "Zustand" - also was man freigeschaltet, kaputt gemacht und zerlegt hat. Sidequests gibt's auch - und euer Notizbuch wird noch der beste Guide, den ihr kriegen könnt, um zu verstehen wie es weiter geht. Oftmals müsst ihr euch aber selbst merken - oder einfach wie ein Spürhund alles absuchen, um zu verstehen wo es weiter geht. Questmarker gibt's nicht - ein großes Manko am Spiel. Auch gibt's keine Map oder Schnellreisepunkte.
Und wer das Spiel beendet, landet beim nächsten Continue nur wieder direkt im Biom-Hub - also meistens im Dorf/in der Stadt. Dann ist ein Runback zum vorherigen Punkt notwendig. Wer stirbt, wird näher wieder am Ziel respawnt.
Am Spielende dürft ihr alle Biome nochmal bereisen.
Damit tut sich Graven insgesamt zwar keinen Gefallen, aber dank seiner Altbackenheit, eines wunderschönen Leveldesigns (Akt 3 geht bspw. viel in die Vertikale) und seiner klaren Linie hat mich das Spiel die letzten Tage nicht mehr losgelassen. Für mich ist der Wertungsdurchschnitt ein absolutes Unding. Zur falschen (unfertigen) Zeit getestet? Oder einfach nur missverstanden. Klar ist, dass sich die "Gamerschaft" schon durch so manch andere Titel gebissen hat, wo ich den Hype NICHT verstehen konnte.
Genau so wie Graven waren VIELE Spiele in den 90ern aufgebaut.
Und deshalb verteidige ich es ganz klar und empfehle es für alle, die Oldschool-Shooter mal in ungewöhnlich erleben wollen, Hexen mögen und auch nicht davor zurückschrecken zu erkunden oder herauszufinden wohin es als Nächstes geht. Aber es ist NUR für diese Zielgruppe etwas. Jeder, der an die Hand genommen werden möchte, sollte es skippen.